ICT

Intensivierte Conventionelle Insulintherapie

Diese “moderne” Form der Insulintherapie gilt heute als der Gold-Standard in der Behandlung des Diabetes mellitus Typ-1, aber auch immer mehr bei insulinpflichtigen Typ2-Patienten.

Auch wenn man erst 1993 nach Beendigung der DCCT-Studie und auch im weiteren Verlauf der EDIC-Studie erkannt hat, das man nur mit dieser Form der Therapie arbeiten sollte, liegt der Ursprung dieser Behandlungsmethode im Jahr 1923 bei Prof. Dr. Karl Stolte. Er nannte sie “Bedarfsgerechte Insulintherapie bei freier Kost”, dies glich zur damaligen Zeit einer Scharlatanerie, da Kohlenhydrate in der Kostgestaltung nahezu verteufelt wurden.

Grundlegendes Prinzip der Therapie ist die Abdeckung des basalen Insulinbedarfs mittels langwirkender Basalinsuline.

Zu den einzelnen Mahlzeiten verabreicht man ein schnell wirkendes Insulin entsprechend der Essensmenge.

Bei erhöhten Blutzuckerwerten wird zusätzlich schnell wirkendes Insulin gespritzt, um gezielt den Wert in einen Normbereich zu bringen.

Obwohl die ICT an den Patienten hohe Anforderungen stellt, zeigen alle Langzeitstudien die gesundheitlichen Vorteile im Bezug auf die Entstehung von Folgeerkrankungen, gleichzeitig bietet sie dem Betroffenen eine maximale Flexibilität im Bezug auf Essensgestaltung und Tagesablauf.

Prof. Dr. Karl Stolte
15.04.1881-05.09.1951